Partnertreffen in Erfurt "Nein zu Gewalt an Frauen"

Grundtvig-Projekte, vom Europäischen Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen, befördern die Integration von Menschen mit besonderen Lebenslagen und Problemen. Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen steht im Fokus.

Die Partnerschaft mit Einrichtungen aus Polen, Bulgarien und Österreich stellt einen Wissenstransfer innerhalb Europas dar. Mit dem Projekttitel: „Familie, Arbeit und Leben vereinbaren - Frauenrechte stärken“, werden neue Impulse für die Arbeit vor Ort entwickelt und übertragbare Lösungen aus den beteiligten Ländern identifiziert.

Um die Ziele zu erreichen, treffen sich die Projektpartnerinnen in den einzelnen Einrichtungen der genannten Länder und lernen vor Ort lokale „best practice“ kennen. Zwischen den Treffen wird in Lerntandems zu Themen wie häusliche Gewalt oder Frauen und Arbeitsmarkt gearbeitet.

Das Treffen in Erfurt steht unter dem Thema „Häusliche Gewalt“.

Neben einer Gesprächsrunde mit Frau Johanna Arenhövel – Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann des Landes Thüringen und mit Frau Birgit Adamek Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Erfurt zum Thema „Nein zu Gewalt an Frauen“, werden in verschiedenen Workshops Fragen zum Thema „häusliche Gewalt“ diskutiert und beantwortet. 

 

 

 

 

Ergebnisse

·         Wichtig zu erfahren, dass die Zahl der Opfer von häuslicher Gewalt (= jede 4. Frau) mit den Opferzahlen in den anderen Ländern vergleichbar ist. Häusliche Gewalt ist in allen Partnerländern ein ernstes Problem

·         Es war gut zu hören, dass es überall Aktionen „Nein zu Gewalt“ und Hilfen für die Opfer gibt

·         Bisher sind die Interventionsstellen/ Frauenhäuser vor allem in den großen Städten. Die in Erfurt gewonnenen Erkenntnisse sollen direkt für den Aufbau einer Frauenschutzeinrichtung in Sliven genutzt werden. In diesem Zusammenhang ist eine wichtige Information, dass in den Partnerländern die Kirchen auch soziale Hilfen/ Einrichtungen finanziell unterstützen.

·         Einrichtungen wie das FrauenZentrum Erfurt sind nachahmenswert

 

 

·         Um Frauenrechte stärken zu können ist der Blick von Österreich über Deutschland und Polen bis hin zu Bulgarien besonders aufschlussreich.

·         Im Bereich Aufklärung und Informationen zum Thema „häusliche Gewalt“ gibt es kreative Kampagnen, die große Öffentlichkeit erreichen, z.B. „one billion rising“ in Polen

·         Gespräche von regionalen AkteurInnen wichtig, um für (soziale) Probleme, die es in Europa nach wie vor gibt, gemeinsam Lösungen zu entwickeln,

·         Der Bericht über die Einbindung von (Familien) ÄrztInnen in das bulgarische Hilfenetz bei häuslicher Gewalt gibt Impulse für die Weiterentwicklung des Opferschutzes in Deutschland/ Thüringen/ Erfurt.

 

 

·         Für die Gewaltopferhilfe ist Unabhängigkeit (= überparteilich, nichtstaatlich, überkonfessionell) der Organisation wichtig.

·         Interessant, dass Hilfen für Gewaltopfer in den Partnerländern vergleichbar und gleichzeitig sehr verschieden sind

·         Es ist in jedem Land wichtig, die Situation der Frauen kritisch zu beobachten. Nur so können Benachteiligungen, Gewalt gegen Frauen erkannt und Hilfen entwickelt werden. Für diesen Prozess sind Gespräche mit europäischen Partnerinnen sehr hilfreich.

·         Die Lage von gewaltbetroffenen Frauen ist schwierig. Es braucht individuelle soziale Hilfen. Diese kann es nur geben, wenn die (Hilfe-) Organisationen über ausreichende Ressourcen (= finanzielle Mittel, Fachpersonal) verfügen.

 

 

·         Opferschutz bei häuslicher Gewalt nur effektiv, wenn Organisationen in Netzwerken zusammenarbeiten

·         Der Austausch mit Akteurinnen im Bereich „Nein zu Gewalt an Frauen“ ist inspirierend für die Arbeit vor Ort.

·         Aufklärung und Information wichtiger Arbeitsschwerpunkt, öffentlichen Aktionen dabei wichtig, z.B. deutsche Aktion „Mut schöpfen“, diese Idee wollen die Akteurinnen mit nach Polen nehmen

·         Gewaltprävention muss früh beginnen und heißt auch, Frauen zu stärken, damit sie ihre Rechte wahrnehmen